Die 10 besten Angelgewässer in Montana
Montana ist ein Bundesstaat, der seine Qualitäten nicht lautstark anpreist. Die Landschaft spricht für sich: weite Grasebenen, die in zerklüftete Bergketten übergehen, und dazwischen eiskalte, kristallklare Flüsse, in denen Forellen so gut genährt sind, dass sie mit einer Gelassenheit aufsteigen, die nur gut genährte Fische zeigen. Wer einmal am Madison River gestanden hat, das Wasser um die Knie, eine Herde Elche am gegenüberliegenden Ufer und eine Pale-Morning-Dun-Hatch, die in der Abendsonne leuchtet, versteht sofort, warum Fliegenfischer aus aller Welt immer wieder hierher zurückkehren. Montana besitzt mehr als 16.000 km klassifizierter Forellengewässer — eine Fülle, die selbst erfahrene Angler über mehrere Reisewochen beschäftigt.
Der Madison River
Der Madison entspringt im Yellowstone-Nationalpark und fließt 280 km nordwärts bis zum Ennis Lake. Zwischen Quake Lake und Ennis erstreckt sich die berühmte Fifty Mile Riffle — eine fast ununterbrochene Folge von Kies-, Schlenzen- und Tümpelstrukturen, die wilde Regenbogen- und Bachforellen von 35 bis 45 cm beherbergt. Der Riesenwasserjungfer-Schlupf (Salmon Fly) Ende Juni treibt die größten Bachforellen unter den Überhängen hervor und gilt als einer der spektakulärsten Trockenfliegen-Momente im amerikanischen Westen. Im Herbst lohnt sich die Strecke unterhalb des Ennis Dams durch den Bear Trap Canyon, wo kapitale Bachforellen auf Streamer reagieren.
Der Gallatin River
Der Gallatin schlängelt sich durch eine enge Schlucht entlang des US Highway 191 südlich von Bozeman und ist damit eines der zugänglichsten Wildforellen-Gewässer des Staates. Im Oberlauf oberhalb von Big Sky überwiegen kleinere Cutthroat und Regenbogenforellen; im Klamm-Abschnitt zwischen Big Sky und Gallatin Gateway sitzen stärkere Bachforellen. Nymphen mit Hare's Ear und Pat's Rubber Legs sind das Mittel der Wahl, doch abendliche Köcherfliegen-Hatten im Juli und August ermöglichen packende Trockenfliegen-Stunden. Der Abschnitt zwischen dem Yellowstone-Park und der Einmündung des West Fork ist als Catch-and-Release-Strecke ausgewiesen.
Das Missouri-Tailwater
Unterhalb des Holter Dams nahe Craig verwandelt sich der Missouri in eines der produktivsten Forellengewässer Nordamerikas. Die gleichmäßig kühlen Ablasstemperaturen des Stausees stabilisieren die Wassertemperatur ganzjährig und unterstützen eine außergewöhnliche Bestandsdichte — Behörden haben in manchen Abschnitten bis zu 5.000 Forellen pro Meile gezählt. Im Winter dominieren Zuckmücken (Midges), im Frühsommer PMDs und Köcherfliegen. Der Abschnitt zwischen Holter und Cascade ist besonders begehrt; Bachforellen über 50 cm sind an einem guten Tag keine Seltenheit. Wer frühmorgens vor den Driftbooten an den Kiesbänken bei Craig steht, erlebt Montana-Fliegenfischen in seiner reinsten Form.
Glacier-Nationalpark
Glacier beherbergt einige der letzten Bestände des seltenen Seesaiblings (Bull Trout) im zusammenhängenden Staatsgebiet der USA. Lake McDonald, Bowman Lake und Kintla Lake halten neben Seesaiblingen auch Westslope-Cutthroat, doch die Vorschriften sind streng: Seesaibling nur Catch-and-Release, Montana-Angelschein plus Nationalpark-Erlaubnis obligatorisch. Der Middle Fork des Flathead River, der den südlichen Parkrand säumt, bietet hervorragendes Freestone-Fischen auf Cutthroat in einer unberührten Wildniskulisse. Juli und August sind die Hochsaison; Grasshopper-Muster entlang grasbewachsener Uferbänke sind sehr effektiv.
Der Bighorn River
Der Bighorn unterhalb des Yellowtail Dams bei Fort Smith gehört zu den renommiertesten Tailwaters der Welt. Bachforellen über 60 cm sind hier keine Ausnahme; in jedem Saison werden mehrere Fische jenseits der 70-cm-Marke gemeldet. Die obersten 13 Meilen vom Staudamm bis zum Bighorn Access Site verzeichnen den meisten Druck, weisen aber auch die dichtesten Bestände auf. Eine Scud-Imitation in Größe 20, geführt entlang des weichen Strömungssaums zwischen Hauptströmung und Kehrwasser, ist die klassische Bighorn-Technik. Da der Zugang über das Reservat der Crow Nation führt, sind Tageskarten bei lokalen Outfittern in Fort Smith erhältlich.
Rock Creek bei Missoula
Nur 35 km östlich von Missoula entwässert der Rock Creek die Sapphire und John Long Mountains durch eine bewaldete Schlucht. Das typische Montana-Freestone-Gewässer — felsige Rauschen, tiefe Tümpel unter Überhängen, reiches Insektenleben — produziert von April bis Oktober kontinuierliche Hatten. Westslope-Cutthroat dominieren, im Unterlauf kommen Bachforellen dazu. Der Schlupf der Goldfliege (Golden Stonefly) Ende Mai gilt als eines der feinsten Trockenfliegen-Ereignisse in Westernmontana. Da der Bach durch privates und öffentliches Land fließt, lohnt ein Blick auf die Gewässerzugangskarten von Fish, Wildlife and Parks.
Der Bitterroot River
Der Bitterroot fließt durch das gleichnamige Tal nordwärts, passiert Hamilton und Stevensville und mündet nahe Missoula in den Clark Fork. Der Fluss ist bekannt für starke Westslope-Cutthroat- und Regenbogenforellen-Bestände, im Unterlauf auch Bachforellen. Verglichen mit Madison oder Missouri ist der Anglerdruck moderat; an einem Wochentag auf der mittleren Strecke zu driften bedeutet oft Stunden ohne ein anderes Boot. Eine frühmorgendliche PMD-Hatch Ende Juni kann Fische auf einem 200 m langen Lauf gleichzeitig steigen lassen. Mehrere Outfitter in Hamilton bieten ganztägige Float-Trips an.
Flathead Lake und Flathead River
Mit 480 km² ist der Flathead Lake der größte natürliche Süßwassersee im Westen der USA. Er beherbergt Seesaiblinge, Bachsaiblinge, Westslope-Cutthroat, Gelbbarsche und eine stattliche Seeschnäpel-Population. Schlepptrolling mit tiefgehenden Wobblern nahe West Shore State Park erschließt den Hauptseesaibling-Bestand; der obere Flathead River nördlich von Kalispell ist im Sommer exzellent für Cutthroat. Der South Fork des Flathead, der nur per Wanderweg oder Wasserflugzeug in die Bob-Marshall-Wildnis erreichbar ist, bietet Trophäen-Cutthroat in echter Backcountry-Atmosphäre.
Der Yellowstone River
Der Yellowstone ist der längste ungestaute Fluss im zusammenhängenden US-Territorium — und das merkt man den Fischen an. Cutthroat-Forellen haben sich hier über Jahrtausende unabhängig entwickelt; ihre genetische Einzigartigkeit verleiht jedem gefangenen Exemplar eine besondere Bedeutung. Der Paradise-Valley-Abschnitt zwischen Livingston und der Parkgrenze ist am produktivsten: Cutthroat von 30 bis 55 cm reagieren im Juli bei PMD- und Köcherfliegenhatten auf nahezu jede korrekt geführte Trockenfliege. Floater starten bei Mallard's Rest und landen bei Grey Owl — einer der malerischsten Tagesstrecken auf dem Kontinent, mit den Absaroka-Bergen im Hintergrund.
Auf der Karte
Montanas Angelgewässer erstrecken sich von der Kontinentalen Wasserscheide bis in die östlichen Prärien, und die Übersicht fällt leichter, wenn man die Geografie auf einen Blick erfassen kann. Stöbern Sie durch Flüsse, Seen und Zugangspunkte auf der Karte. Für einen gezielten Blick auf die Gewässer rund um Glacier oder das Missouri-Tailwater finden Sie Montana auf der Karte und beginnen dort Ihre Reiseplanung.